11. Fenster- und Türenkolloquium in Dresden

15. März 2018

Knapp 70 Teilnehmer, zumeist Inhaber und Entscheidungsträger mittelständischer Unternehmen aber auch Gutachter der Branche, waren am 1. März 2018 der Einladung des Instituts für Holztechnologie Dresden (IHD) und dem Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie (EPH) zum 11. Fenster- und Türenkolloquium nach Dresden gefolgt.

Die Organisatoren von IHD und EPH hatten für die Veranstaltung wieder ein interessantes Programm mit einem breiten Spektrum aktueller Themen zusammengestellt.

Zu Beginn erläutert Eike Gehrts (Technischer Berater) das Thema Langlebigkeit von Beschichtungen auf maßhaltigen Holz-Außenbauteilen. Er erklärte, dass dies kein Hexenwerk sei und zeigte Ergebnisse des europäischen Forschungsprojekts Servowood und neue VFF-Merkblätter zu Inspektion, Wartung und Instandhaltung.

Anschließend referierte Frank Unglaub (tremco illbruck) über die Herausforderungen der Fenster- und Türenmontage in der Dämmebene bei energetischen Sanierungen von Bestandsbauten. In diesem Vortrag wurde sehr gut deutlich, wie komplex die Sanierung einer Gebäudehülle im Bestand sein kann.

Der Beitrag von Rudolf Kamaun (ADLER-WERKE Lackfabrik) trug den Titel „Selbstheilung durch Mikrokapseln in Holzlacken“. Herr Kamaun erklärte in seinem Vortrag die Wirkungsweise bei Beschädigungen der Lackoberfläche durch mechanische Einflüsse, wie z. B. Hagelschlag. Anhand von Detailaufnahmen konnte der Versieglungseffekt durch die Mikrokapseln gut nachvollzogen werden.

Alexander Frank (PaX) gab interessante Einblicke in die Möglichkeiten der Verankerung von einbruchhemmenden Bauelementen in modernen hochwärmedämmenden Ziegelmauerwerkssystemen und berichtete aus einem laufenden Forschungsvorhaben zu diesem Thema. Das Thema hochwärmedämmende Ziegelsysteme ist auf Grund der geringeren Festigkeitswerte und der damit verbunden fehlenden Regelung in EN 1627 für die Branche (bspw. Befestigungsmittel- und Ziegelindustrie aber auch Monteure) sehr spannend.

Heiko Hofmann (EPH) referierte zum finalen Entwurf der Produktnorm FprEN 14531-2 Innentüren ohne Feuerschutz und/oder Rauchdichtheitseigenschaften. In seinem Vortrag stellte er die geplante Einteilung von Innentürelementen in drei Verwendungszwecke dar. Diese dienen zur Einordnung der Türelemente in die einzelnen AVCP-Systeme (1, 3 und 4) der Bauproduktenverordnung. Die einzelnen AVCP-Systeme regeln die Aufgaben des Herstellers, von notifizierten Produktzertifizierungsstellen und notifizierten Prüflaboren bei der Ermittlung der Produktleistung für die im CE-Kennzeichnungssystem geforderte Leistungserklärung des Herstellers/Inverkehrbringers.

Der finale Beitrag des Kolloquiums war Lutz Neugebauer vom IHD vorbehalten. Er stellte dem aufmerksamen Publikum eine neuartige Fingerschutzvorrichtung der Firmen Otlav sowie ELTON B.V. für die Montage an Innentüren als Ergebnis eines Forschungsprojektes vor. Das Publikum hatte anschließend die Möglichkeit, die Fingerschutzvorrichtung in Aktion an einer Tür im Prüfstand der Prüf- und Mehrzweckhalle des IHD/EPH zu erleben. Das 12. Fenster- und Türenkolloquium wird voraussichtlich im März 2020 stattfinden.