Erhöhung der dichtebezogenen Festigkeiten von Spanplatten

23. November 2020

In Europa wurden in den EPF-Mitgliedsstaaten im Jahr 2018 ca. 31,3 Mio. m³ Spanplatten produziert.

Ein wichtiger Bereich für den Einsatz von Spanplatten ist die Möbelindustrie. An Platten zur Verwendung im Möbelbereich existieren verschiedene Anforderungen (z. B. an Biege- und Querzugfestigkeit sowie Abhebefestigkeit der Oberfläche). In den letzten Jahren rückte die Reduzierung der Rohdichte der Spanplatten, die im Bereich Möbel und Innenausbau eingesetzt werden, immer stärker in den Mittelpunkt des Interesses von Produktion, Handel und Verbrauchern. Gründe für eine Rohdichtereduzierung der Spanplatten liegen im ökonomischen Bereich (Einsparung von Rohstoffkosten, Reduzierung der Transport- und Montagekosten), im ökologischen Bereich (Ressourcenschonung) sowie im ergonomischen Bereich (einfachere Handhabung, Verbesserung der Funktionalität).

Gegenstand eines neuen Forschungsprojektes am IHD ist es, die dichtebezogenen Festigkeiten von Spanplatten zu erhöhen und gleichzeitig die mittlere Plattenrohdichte unter Einhaltung der Anforderungen zu reduzieren. Dazu soll unter Berücksichtigung holzanatomischer Gegebenheiten ein neuartiges Verfahren zur Spanherstellung entwickelt werden. Durch die Veränderung des Anschnittwinkels bei der Spanherstellung und den, mit der entstehenden unterschiedlichen Faserausrichtung im Span zusammenhängenden, unterschiedlichen Festigkeiten soll ein optimiertes Verdichtungsverhalten der Späne realisiert werden. Ziel des Projektes ist es, die Späne bei deren Herstellung derart zu gestalten, dass der Faserverlauf im Span nicht parallel zur Spanlängsachse verläuft, sondern in einem Winkel von bis zu 60°, um damit die Faserparallelität aufzuheben. Bei einer üblichen Ausrichtung der Späne im Spanvlies sollen sich der Faser-Last-Winkel des Einzel-Spanes im Spanvlies deutlich verringern, die Festigkeiten des Spanvlieses erhöhen und dadurch die Verformbarkeit des Spanvlieses reduziert werden.

Im Projektverlauf wird untersucht, inwiefern durch dieses veränderte Verfahren zur Spanherstellung eine Erhöhung des Festigkeitsniveaus von mit derartigen Spänen hergestellten Spanplatten sowie Rohdichtereduzierungen möglich sind.

Das Projekt mit dem Förderkennzeichen 49MF200096 wird gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Ansprechpartner im IHD:
Tino Schulz
tino.schulz@ihd-dresden.de