Forschungsprojekt zur Erhaltung von stark mikrobiell geschädigtem Schriftgut

03. Juni 2021

Der sich vollziehende Klimawandel stellt den Kulturgutschutz vor neue Herausforderungen, die sich auch in der konservatorischen und restauratorischen Bearbeitung von Objekten bemerkbar machen.

Für Schriftgut sind neben Brandschäden vor allem Wasser- bzw. Feuchtigkeitsschäden ein ernstes Problem. Auch infolge von anhaltend ungünstigen oder kurzzeitig extremen Klimabedingungen in Räumen können sich gravierende Schimmelpilzschäden entwickeln, die zu komplexen Schadensbildern an Papierobjekten führen können. Bereits in der Vergangenheit sind solche Schäden aufgetreten und gefährden nicht nur Kulturgut, sondern sind eine gesundheitliche Belastung für alle Personen in Kultureinrichtungen. Mit dem heutigen Stand der Forschung existiert noch keine Behandlungsmethode, die eine schadstofffreie, objektschonende Abtötung und tiefenwirksame Entfernung von Schimmelpilzbestandteilen auf Papierobjekten bewirkt.

Ziel eines kürzlich am IHD gestarteten Forschungsprojektes ist deshalb die Entwicklung einer neuen, praxistauglichen und umweltfreundlichen Methode zur Auflösung und Entfernung des Schimmels von historisch wertvollen Handschriften und Druckwerken. Mittels neuartiger, enzymatisch basierter Dekontaminierung sollen solche Objekte restauriert und bewahrt werden. Das zu entwickelnde Verfahren soll auch in der Zukunft für ähnliche Schadensereignisse anwendungsbereit zur Verfügung stehen.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und in Kooperation mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, dem Zentrum für Bucherhaltung Leipzig sowie dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung Würzburg bearbeitet.

Ansprechpartner im IHD:
Katharina Plaschkies
katharina.plaschkies@ihd-dresden.de