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Preisträger des TIHD-Forschungspreises 2026

v. l. n. r.: Prof. Dr. Steffen Tobisch, Prof. Dr. Detlef Krug, Marco Mäbert, Martin Hielscher, Christiane Hartwig-Gerth
v. l. n. r.: Prof. Dr. Steffen Tobisch, Prof. Dr. Detlef Krug, Marco Mäbert, Martin Hielscher, Christiane Hartwig-Gerth

Aus einem Kreis hochrangiger Anträge zeichnete der Trägerverein des Instituts für Holztechnologie Dresden am 20. Mai 2026 Marco Mäbert, Martin Hielscher, Martin Direske und Prof. Dr. Detlef Krug für ihr Projekt „Verwendung von Recyclingholz als Alternativrohstoff zur MDF‑Herstellung“ mit dem TIHD-Forschungspreis aus.

Die Holzwerkstoffindustrie steht durch sinkende Frischholzverfügbarkeit und steigende Rohstoffkosten unter zunehmendem Druck. Während Altholz bereits erfolgreich in der Spanplattenproduktion genutzt wird, kommt es bei der Herstellung von MDF bislang kaum zum Einsatz. Ursachen sind Störstoffe im Altholz sowie der zu geringe Feuchtegehalt, der die Faserqualität im Zerfaserungsprozess negativ beeinflusst.

Ziel des Forschungsvorhabens war die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung hochwertiger Fasern aus Altholzhackschnitzeln im industrienahen MDF-Prozess. Dafür wurden Technologien zur Störstoffabtrennung, zur Optimierung der Hackschnitzelgeometrie sowie zur Anpassung der Zerfaserungsanlage entwickelt. Im Fokus standen eine verbesserte Dampfdurchdringung der Hackschnitzel im Kocher und verbunden damit die Erhöhung des Hackschnitzelfeuchtegehalts sowie ein optimierter Faseraustrag aus dem Refiner.

Im Projektverlauf wurden zunächst Verfahren zur Aufbereitung von Altholz der Kategorie A I entwickelt. Anschließend erfolgte die Anpassung der Hackschnitzelherstellung im Trommelhacker sowie die Modifizierung zentraler Anlagenbereiche der Zerfaserung. Ergänzend wurden Referenztechnologien zur MDF-Herstellung und -Beschichtung im Labormaßstab aufgebaut. Umfangreiche Versuchsreihen befassten sich mit dem Einfluss von Altholzanteil, Prozessparametern und Anlagenkonfiguration auf die Faser- und Werkstoffqualität.

Die Ergebnisse zeigen, dass MDF unter Einsatz von Altholz ohne Qualitätsverluste gegenüber Frischholz-MDF hergestellt werden kann. Voraussetzungen sind jedoch eine gezielte Prozessanpassung und eine konsequente Qualitätskontrolle. Das Vorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag zur ressourceneffizienten und nachhaltigen Holzwerkstoffproduktion.

Im EU-Projekt EcoReFibre entwickelte das IHD die kontinuierliche Hackschnitzelevakuierung zur Erhöhung des Hackschnitzelfeuchtegehalts von Altholz im Zusammenhang mit der anschließenden Zerfaserung zum mTMP-Prozess (Moisture Modifying Thermo Mechanical Pulp) weiter.

Christiane Hartwig-Gerth, bisherige Kuratoriumsvorsitzende und Vorsitzende der Jury, begründete die Vergabe des Preises u. a. mit der Aktualität des Themas, dem bereits großen Interesse aus der Industrie sowie der Nachrüstbarkeit der Technologie, die ohne umfassende Umbauten in bestehende Anlagen integriert werden kann.

Alle nominierten Arbeiten waren preiswürdig, so dass sich die Auswahl des Siegers durch die Jury sehr schwierig gestaltete. Aufgrund der knappen Entscheidung zwischen zwei Projekten vergab die Jury deshalb einen Anerkennungspreis. Der Anerkennungspreis ging an Natalie Rangno (IHD), Marc Lincke und Nico Domurath (Fraunhofer IKTS), Falko Windisch und Detlef Schmidt (LAV) sowie Markus Münzer (ReiPiko) mit Ihrem Projekt „Entwicklung torffreier Abdeckerden für Champignons und andere Kulturpilze (MykoDeck)“.

Wir gratulieren allen Preisträgern!


15. Fenster- und Türenkolloquium 

Am 9. September 2026 laden das Institut für Holztechnologie Dresden und das Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie zum 15. Fenster- und Türenkolloquium nach Dresden ein.

Die praxisorientierte Veranstaltung richtet sich sowohl an kleine und mittelständische Unternehmen als auch an Vertreter der Forschung, Sachverständige sowie an Planer und bietet Raum sowohl für fachliche Diskussionen als auch für den Erfahrungsaustausch untereinander.

Nutzen Sie die Möglichkeit zum fachlichen Austausch mit Branchenvertretern und den Mitarbeitern unseres Hauses.

Weitere Informationen zum Programm und die Anmeldung finden Sie auf der Veranstaltungsseite unter:
15. Fenster- und Türenkolloquium

Blick auf die Terrasse und Glasfront des Konferenzgebäudes des IHD Foto: Steffen Spitzner

 


12. European Conference on Wood Modification

Die ECWM12 findet vom 26. bis 27. Oktober 2026 in Dresden statt.

Die ECWM-Konferenzen bieten Forschungsorganisationen und Unternehmen sowie Interessengruppen, Architekten und Projektmanagern ein Forum, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Holzmodifizierung zu informieren, diese mit renommierten Experten zu diskutieren und in einer ungezwungenen und freundlichen Atmosphäre Kontakte zu knüpfen.

Alle Arten der Holzmodifizierung werden abgedeckt – dazu gehören thermische, chemische oder Imprägnierungsmodifizierungen sowie verwandte Technologien wie Mikrowellen-, Plasma- und enzymatische Modifizierung. Das Programm umfasst zudem Prüfverfahren und Normen, Umweltfragen, Qualitätskontrolle sowie Aspekte der Kommerzialisierung und der Märkte.

Das Konferenzprogramm wird vom wissenschaftlichen Ausschuss zusammengestellt.

Das Programm und den Anmeldelink finden Sie auf der Website der Veranstaltung unter: 12th European Conference on Wood Modification

Panorama der Altstadt von Dresden


Banner der Langen Nacht der Wissenschaft Dresden

Wissenschaft zum Anfassen

Dresdner Lange Nacht der Wissenschaften

Besucherinnen und Besucher erwartet ein spannender Blick hinter die Kulissen unserer Arbeit: Von innovativen Forschungsprojekten über
moderne Technologien bis hin zu interaktiven Einblicken in aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen –
hier kann Forschung hautnah erlebt werden.

Auch in diesem Jahr öffnet das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) wieder seine Türen zur Lange Nacht der Wissenschaften.

📅 26.06.2026
🕔 17:00 – 24:00 Uhr
📍 Zellescher Weg 24, Dresden

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, spannende Themen zu entdecken und gemeinsam Wissenschaft erlebbar zu machen!

Das Programm des IHD finden Sie unter: Zum Programm