Projektstart: Wiederaufarbeitung von Möbeln auf dem Prüfstand

Refure

Wann ist die Wiederaufarbeitung gebrauchter Möbel ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich attraktiv? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt FuRefu am Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) nach. Es bewertet bestehende Initiativen deutscher Hersteller und Dienstleister. Im Fokus stehen Sitzmöbel, vornehmlich für den Nicht-Wohn- und Bildungsbereich. Untersucht wird, unter welchen Bedingungen ihre Kreislaufführung zu Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Dekarbonisierung beitragen kann.

Standardisierte Fragebögen und Leitfadeninterviews mit Möbelherstellern, Verbänden, Logistikern, Kommunen und weiteren Interessengruppen erfassen die Voraussetzungen für eine Kreislaufführung. An Sitzmöbeln aus mindestens vier konkreten Objekten werden Reparatur (Repair), Aufarbeitung (Refurbish) und die Herstellung neuer Produkte aus gebrauchten Möbeln oder Bauteilen (Remanufacturing) erprobt. Die Arbeiten sollen lokal oder regional zum bisherigen oder künftigen Einsatzort erfolgen.

Für die ökologische Bewertung werden Ökobilanzen fabrikneuer sowie reparierter und aufgearbeiteter Produkte gegenübergestellt. Grundlage sind vorhandene oder neu erstellte Ökobilanzen und Umweltdeklarationen. Die tatsächlichen Aufwendungen der Reparatur und Wiederaufarbeitung werden erfasst; betrachtet werden Energie, Materialmengen und CO₂-Äquivalente. Daraus wird eine einheitliche Vorgehensweise zur Ökobilanzierung der untersuchten Sitzmöbel abgeleitet.

Als Ergebnis entsteht ein Bewertungsschema, das Herstellern relevante Kriterien und Nachweise zur Beurteilung der Kreislaufführung ihrer Möbel bereitstellt. Berücksichtigt werden die aufarbeitungsfreundliche Produktgestaltung, Materialien und Ersatzteilverfügbarkeit ebenso wie Fertigungsstandorte, Logistik, Partnernetzwerke, Kundenkreis, Auftragsgröße und Nachfrage. Damit schafft FuRefu eine Grundlage, um wirtschaftlich tragfähige und ökologisch sinnvolle Angebote zur Wiederaufarbeitung zu entwickeln und regionale Kooperationen zu stärken.

Das Projekt wird unter dem Kennzeichen 49MF250150 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Förderprogramms „Förderung der Innovationskompetenz – INNOKOM 2023, Modul: Marktorientierte Forschung und Entwicklung“ gefördert.

Ansprechpartner im IHD:
Oliver Bumbel
oliver.bumbel@ihd-dresden.de

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