Im Forschungsprojekt NUKAFI wurden neue Erkenntnisse zur stofflichen Nutzung von Fichten-Kalamitätsholz gewonnen. Hintergrund sind großflächige Schäden an Fichtenbeständen infolge von Trockenheit und Borkenkäferbefall seit 2019, wodurch erhebliche Holzmengen nicht rechtzeitig genutzt werden konnten und an Qualität verloren.
Ziel des Projekts war es, zu untersuchen, wie lange geschädigte Fichten als sogenannte „Dürrständer“ im Wald verbleiben oder in Trockenlagern gelagert werden können, ohne dass ihre Verwertbarkeit für hochwertige Produkte wesentlich eingeschränkt wird. Dabei standen insbesondere die Einflüsse von Lagerdauer, Standort und Holzqualität im Fokus.
Das IHD untersuchte im Projekt unter anderem den Befall durch holzschädigende Pilze sowie die mechanisch-physikalischen Eigenschaften von daraus hergestellten Holzprodukten. Die Analysen zeigten eine große Vielfalt an Pilzarten, wobei feuchtere Standorte tendenziell stärker betroffen waren. Gleichzeitig erwies sich die Bohrwiderstandsmessung als geeignet, um bestimmte Fäulearten im Holz zu erkennen.
Ein zentrales Ergebnis: Kalamitätsholz ohne sichtbare Pilzschäden weist vergleichbare Festigkeiten wie gesundes Holz auf. Entsprechend können daraus auch hochwertige, geklebte Holzprodukte hergestellt werden, sofern eine geeignete Qualitätssortierung erfolgt.
Darüber hinaus wurde gezeigt, dass Kalamitätsholz auch als Substrat für die Pilzkultivierung geeignet ist. Erste Untersuchungen belegen, dass damit marktübliche Erträge – etwa bei Austernseitlingen – erzielt werden können.
Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Vorhabens wurden in einem Praxisleitfaden und einem Verbrauchermerkblatt zusammengefasst. Abschlussbericht sowie Leitfaden und Merkblatt werden nach Freigabe im Internet auf der FNR-Projektdatenbank kostenlos zur Verfügung gestellt.
Das Vorhaben wurde mit Mitteln der Förderrichtlinie Waldklimafonds (WKF) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.



